Die Bürgermeister-Reuter-Stiftung

Die Bürgermeister-Reuter-Stiftung wurde am 17. April 1953 vom Regierenden Bürgermeister Ernst Reuter unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Theodor Heuss und des Gründungskuratoriums, dem Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus den USA, der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlins angehörten, als privatrechtliche Einrichtung gegründet.

Woher kam das Stiftungskapital?

Die Mittel wurden vom International Rescue Committee, eine 1933 in den Staaten gegründete Wohlfahrtsorganisation, die sich besonders den Vertriebenen und Flüchtlingen annahm, aus freiwilligen Spenden der amerikanischen Bevölkerung gesammelt. Ernst Reuter, der am 14. März 1953 nach New York gekommen war, verstand es, die Augen der Amerikaner für die Nöte der Flüchtlinge in Berlin zu öffnen. Überall gewann er Freunde und Helfer. Nach Abschluss seiner USA-Reise betrugen die von Ernst Reuter gesammelten Spenden rund eine Million US-Dollar und flossen als Vermögen in die Stiftung ein.


Die Stiftung damals

Die Gründung der Bürgermeister-Reuter-Stiftung erfolgte unter dem Eindruck des Kalten Krieges und der deutschen Teilung. Ihr Stiftungszweck lag zunächst in der Unterstützung derjenigen Menschen, die aus politischen und wirtschaftlichen Gründen aus der DDR nach West-Berlin flohen. Hierbei konzentrierte sich die Stiftung auf praktische Hilfsmaßnahmen für sozial Benachteiligte, Jugendliche und Senioren. Es ging darum, die Lebensbedingungen der DDR-Flüchtlinge im Alltag unmittelbar zu verbessern. Sie sollten einen Ort zum Wohnen, eine Ausbildung, ein Auskommen und damit eine Heimat in der freiheitlich-demokratischen Grundordnung West-Berlins finden. Die Stiftung verstand ihre Tätigkeit als eine zusätzliche Unterstützung der staatlichen Leistungen. Bald kamen die Jugendbildung und die Studentenhilfe als weitere Schwerpunkte hinzu.

Auch wenn sich die politischen Bedingungen in den letzten 67 Jahren grundlegend gewandelt haben, so fühlt sich die Stiftung heute ihrem ursprünglichen Gründungszweck nach wie vor verpflichtet. Ihre Aufgabe ist es, insbesondere für Studenten, Jugendliche und Senioren gemeinschaftliche und für ihr jeweiliges Lebensalter passende Wohnformen anzubieten. Ein besonderes Anliegen ist dabei die Internationalität und die Versorgung von Menschen, die neu nach Berlin kommen. Darüber hinaus sind die Kinder- und Jugenderholung, außerschulische Jugendbildung sowie Serviceleistungen für ältere Menschen ein Ziel der Einrichtung.


Die Stiftung heute

Ankommen in Berlin

Heute bietet die Stiftung insbesondere für Studenten, Schüler, Azubis sowie Arbeitnehmer Wohnraum an. Wer nach Berlin kommt, findet bei uns seine erste Bleibe. Wir bieten Appartements in den unterschiedlichsten Preislagen und Ausstattungen an. Bei uns wohnen und leben Menschen aus rund 80 Nationen.

Gemeinsam Wohnen

Studentenwohnheim, Appartementhaus, stationäre Jugendhilfe, Appartements, Wohngemeinschaften, Hotel u.v.m. Wir stehen für die unterschiedlichsten Wohnformen auf Zeit und in Gemeinschaft. Man trifft sich Gemeinschaftsraum (stationäre Jugendhilfe) oder der Lounge (Studentenwohnheim), im Frühstücksraum (Hotel),

Starten ins eigene Leben – Bildung und Ausbildung

Bei uns wird in verschiedenen Berufen ausgebildet, wir bieten Praktikumsplätze an und begleiten in unseren stationären Angeboten junge Menschen auf dem Weg in die Eigenständigkeit. In der pädagogischen Arbeit unser Kitas sind uns Sprachentwicklung und Bewegung besonders wichtig.


Unsere Unternehmen

Gastfreundschaft und Internationalität

Die Bürgermeister-Reuter-Stiftung bietet über 2500 möblierte Apartments und Einzelzimmer für Studenten, Azubis und Berufstätigen an 7 verschiedenen Standorten.

Gemeinschaft und Teilhabe

Die Bürgermeister Reuter Soziale Dienste gGmbH ist die gemeinnützige Tochtergesellschaft und bietet vielfältige, dezentrale, ambulante und stationäre Jugendhilfeleistungen an sowie die Errichtung und den Betrieb von Kitas.

Service für unsere Kunden

Die weitere Tochtergesellschaft Arwon GmbH übernimmt Dienstleistungen auf dem Gebiet des Facilitymanagements sowie die Bewirtschaftung von Hotels in Berlin.


Unser Wertesystem

Willkommenskultur und Internationalität

Wir stehen für kulturelle Offenheit, Verständigung der Menschen aus aktuell 132 verschiedenen Herkunftsländern und damit auch für religiöse Neutralität. Wir leisten einen Beitrag, damit Berlin weiterhin Menschen die Möglichkeit bietet, hier eine Heimat, Bildung und ein Arbeitseinkommen zu finden. Wir möchten, dass unsere ausländischen Gäste Botschafter Berlins in ihren Heimatländern sein werden.

Gemeinwohlorientierung und demokratische Grundordnung

Wir setzen unsere Ziele in gesellschaftlicher, ökologischer und sozialer Verantwortung um. Wir stehen im Sinne Ernst Reuters für Freiheit und Demokratie. Für uns bedeutet dies politische und religiöse Neutralität und Toleranz. Wir fördern ein bewusstes friedliches Zusammenleben in unseren Einrichtungen.

Selbstbestimmung durch Gemeinschaft und Bildung

Gemeinschaft macht stark. Bildung und Ausbildung sind einer der wichtigsten Schlüssel in ein selbstbestimmtes Leben und die Fähigkeit, für sich ein Erwerbsleben aufzubauen. Wir wollen, dass Menschen aus der ganzen Welt in Berlin studieren und arbeiten können. Wir sind als Träger der Jugendhilfe da für Menschen, die besondere Unterstützung benötigen. Wir stehen für frühkindliche Bildung. Dies ist unser Beitrag zum Start in ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben.